
| 4. Der Staubwirbel Im Tal der Krater gibt es jedes Jahrhundert ein oder zweimal einen Wind, der Staubwirbel heißt und entlang der trockenen Trichter der Krater aus dem Untergrund der Erde aufsteigt und wie die Zunge mausender Katzen drei Tage lang Häuser und Gesichter der Bewohner leckt. Dann verlieren alle ihre Erinnerung: Die Söhne erkennen ihre Väter nicht wieder, Frauen nicht ihre Männer, die Mädchen nicht die Verlobten, Kinder nicht die Eltern, und alles wird ein Chaos neuer Gefühle. Schließlich wird der Wind vom Innern der Krater aufgesogen, legt sich und langsam wird alles wieder wie früher und niemand erinnert sich an das, was während der drei Tage des Staubwirbels geschehen war. |
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26. La dmènga specialmént La dmènga specialmént quant ch' u n gn'è niséun ad chèsa e a sémm a là vérs la fóin ad zógn, a vagh ad fura se teràz par stè a sintói che adlà di méur la zità la sta zétta. |
26. Am Sonntag vor allem Am Sonntag vor allem wenn niemand im Haus ist und es geht auf Ende Juni zu geh ich hinaus auf die Terrasse zu hören wie jenseits der Mauern die Stadt still steht. |
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41. La farfàla Cuntént própri cuntént a sò stè una masa ad vólti tla vóita mó piò di tótt quant ch'i m'a liberè in Germania ch'a m sò mèss a guardè una farfàla sénza la vòia ad magnèla. |
41. Der Schmetterling Zufrieden wirklich zufrieden war ich viele Male im Leben am meisten aber, als sie mich befreit haben in Deutschland da hab ich einem Schmetterling zugeschaut und verspürte nicht die Gier, ihn zu essen. |
Abschnitte aus: Tonino Guerra, Staubwirbel: Geschichten für eine ruhige Nacht, Klöpfer & Meyer, Tübingen, 1997. | |